Testamentseröffnung

Tritt ein Todesfall ein, haben vor allem die nahen Angehörigen in der Regel jede Menge zu erledigen. Ein Termin, der ebenfalls kurz nach einem Todesfall zu erwarten ist, ist die Testamentseröffnung.

 

Testamentseröffnung – Was genau bedeutet das?

Bei der Testamentseröffnung verkündet das Nachlassgericht den Inhalt des Testaments eines Erblassers an alle Beteiligten. Die Beteiligten sind die Erben, Vermächtnisnehmer, Testamentsvollstrecker und sonstige Personen, die rechtlich von dem Testament betroffen sind.

 

Testamentseröffnung – der genaue Ablauf

Tritt ein Todesfall ein, wird in der Regel das zuständige Nachlassgericht vom Standesamt darüber in Kenntnis gesetzt. Erben, Nachkommen oder andere, die im Besitz eines Testaments sind, sind verpflichtet dieses Dokument an das zuständige Nachlassgericht zu überreichen (In Baden-Württemberg ist nicht das Nachlassgericht des letzten Wohnsitzes des Verstorbenen, sondern ein Notar, zuständig.).

Wer es unterlässt das Testament an die zuständige Stelle weiterzureichen, macht sich strafbar. Zwangsgelder und Schadensersatzansprüche können die Folge sein.

Das Nachlassgericht bestimmt daraufhin einen Termin für die Testamentseröffnung, zu dem die Beteiligten geladen werden. Dort wird das Testament offiziell eröffnet, das heißt alle Beteiligen werden über den Inhalt des Testaments informiert. Sie können Einsicht nehmen und haben Anrecht auf eine beglaubigte Abschrift. Diese Abschrift, die bei der Testamentseröffnung beantragt werden kann, kann zur Vorlage bei einer Bank oder Versicherung verwendet werden. Sollte diese nicht anerkannt werden, muss ein Erbschein beantragt werden.

 

Testamentseröffnung – Auswirkungen

Bei der Testamentseröffnung wird keine Prüfung der Wirksamkeit des Testaments durchgeführt. Diese findet erst beim Erbscheinverfahren statt.

Die Anwesenheit der geladenen Beteiligten bei der Testamentseröffnung ist nicht verpflichtend. Auch die abwesenden Beteiligten werden von dem Nachlassgericht über den Inhalt des Testaments in Kenntnis gesetzt.

Das Datum, an dem die Testamentseröffnungs-Urkunde  zugestellt wurde, wird als Ausgangsdatum für die zulässige Frist zur Ausschlagung des Testaments gerechnet. Möchte man also ein Erbe ausschlagen, muss man das innerhalb von 6 Wochen nach der Kenntnisnahme des Testaments tun.

 

[the_ad id=“452″]Die Praxis der Testamentseröffnung

In der Praxis lädt das Nachlassgericht die Beteiligten nicht immer zur Testamentseröffnung. Das Nachlassgericht kann die Testamentseröffnung auch ohne Anwesenheit der Erben und Beteiligten durchführen und diese dann schriftlich niederschreiben. Die Abschriften des  Protokolls  der Testamentseröffnung werden dann an alle Beteiligten geschickt. Möchten die Beteiligten Einsicht in das Testament erhalten, können Sie dies auf Verlangen hin tun.