Testamentsvollstrecker

Ein Erblasser kann in seiner letztwilligen Verfügung, dem Testament oder dem Erbvertrag, einen Testamentsvollstrecker ernennen. Der Testamentsvollstrecker hat die Aufgabe, die letztwillige Verfügung auszuführen.

Dabei unterscheidet man zwischen der Dauer-Testamentsvollstreckung und der Abwicklungs-Testamentsvollstreckung. In letzterem Fall geht es um die Auseinandersetzung unter den Erben, das heißt um eine dem Willen des Erblassers gemäße Verteilung des Vermögens an die Erben.

Seltener ist die Dauer-Testamentsvollstreckung. Der Dauer Testamentsvollstrecker hat die Aufgabe den Nachlass zu verwalten.

 

Testamentsvollstrecker oder Bevollmächtigter?

Es sollte keine Unklarheit über den Unterschied zwischen einem Testamentsvollstrecker und einem über den Tod hinaus Bevollmächtigten geben. Der Testamentsvollstrecker ist Träger eines Amtes und somit vom Willen der Erben weitgehend unabhängig. Der Bevollmächtigte verliert seine Rechte mit einem Widerruf der Vollmacht durch die Erben.

Für den Zeitraum zwischen dem Tod des Erblassers und der Amtsaufnahme durch den Testamentsvollstrecker kann ein über den Tod hinaus Bevollmächtigter allerdings sehr nützlich sein, vor allem wenn mehrere Erben vorhanden sind.

 

Ernennung des Testamentsvollstreckers

Im Testament oder dem Erbvertrag können vom Erblasser eine oder mehrere Testamentsvollstrecker ernannt werden. Dabei kann es sich um natürliche oder juristische Personen, wie Treuhandgesellschaften oder Banken, handeln. Mit Ausnahme eines Alleinerben kann jede voll geschäftsfähige Person ernannt werden, also beispielsweise auch ein Ehepartner, ein Verwandter oder ein Rechtsanwalt.

Der Erblasser kann auch eine Bestimmung des Testamentsvollstreckers durch das Nachlassgericht oder einen Mit-Erben anordnen. Es ist sinnvoll einen Ersatz-Testamentsvollstrecker zu bestimmen.

Der Testamentsvollstrecker kann sein Amt ablehnen und er kann ein Honorar für seine Aufgabe verlangen (falls letzteres nicht anderweitig im der letztwilligen Verfügung festgelegt wurde).

Nimmt der Testamentsvollstrecker das Amt an, genügt eine formlose Erklärung an das Nachlassgericht.

 

Der Testamentsvollstecker und seine Aufgaben

Je nach Erbfall, Zahl der Erben und Vermögen können die Aufgaben, die ein Testamentsvollstrecker zu erfüllen hat, sehr umfangreich sein. Seine wichtigste Aufgabe ist es im Normalfall, den erkennbaren Willen des Erblassers auszuführen, das heißt das Vermögen unter den Erben zu verteilen, wobei er alle Auflagen und Vermächtnisse entsprechend der letztwilligen Verfügung des Erblassers beachten muss.
Weiterhin gilt für den Testamentsvollstrecker:
» Die Rechtsgültigkeit der Verfügung muss geprüft werden.
» Die Erben sind gegenüber dem Testamentsvollstrecker nicht weisungsbefugt.

» Ein Nachlassverzeichnis muss erstellt werden und den Erben vorgelegt werden.
» Bestehende Verbindlichkeiten des Erbes müssen erfüllt werden sowie die steuerlichen Abgaben getätigt werden.
» Sollte sich die rechtliche Beratung durch einen Anwalt für den Testamentsvollstrecker als nötig erweisen, können diese Kosten ersetzt werden.
» Das Amt des Testamentsvollstreckers endet entweder mit der Erfüllung der Aufgaben, nach einer zeitlichen Begrenzung, die vom Erblasser vorgegeben wurde, mit einer Amtsniederlage durch den Testamentsvollstrecker oder mit einer Entlassung durch das Nachlassgericht.